Jiddisch in Hamburg
Stadtrundgang mit Inge Mandos (Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e.V.)
Jiddisch in Hamburg, wo gab es das denn? Fragt man in Hamburg Menschen, was eigentlich „jiddisch“ sei, wird dies häufig mit „jüdisch“ gleichgesetzt. In Hamburg gab es aus Sicht mancher Befragten nur hochdeutsch- oder hebräisch sprechende assimilierte Juden.
In der Tat war die Anzahl der jiddisch sprechenden Juden im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung der Stadt gering. Außerdem war Jiddisch eine unterdrückte Sprache, die abwertend als „Jargon“ bezeichnet wurde. Die Vielfalt jiddischer Kultur wurde auf das Klischee des „Kaftanjuden“ aus dem Schtetl reduziert und somit ausgeblendet.
Aber Jiddisch, das vor dem 2. Weltkrieg weltweit von 85% der jüdischen Bevölkerung gesprochen wurde, hat auch in der Hansestadt deutliche Spuren hinterlassen. Schließlich kam die Mehrzahl ostjüdischer Emigranten durch die Hansestadt, vielen strandeten hier und blieben. Wohnungen in Altona wurden bald rar und es bildeten sich neue Zentren jiddischen Lebens um die Wohlersallee, später um die Kielortallee herum. Im „Grindelviertel“, ehemals im Volksmund „Klein-Jerusalem“ genannt, lebten in den 1920er Jahren fast 20 Prozent aller Hamburger Juden, darunter auch viele aus Osteuropa, die jiddisch sprachen und ihre ostjüdische Kultur mitbrachten. Inge Mandos führt zu den Orten jiddischen Lebens, erhellt die Hintergründe, erzählt kleine ostjüdische Begebenheiten und zitiert aus jiddischen und nichtjiddischen Quellen – bei Bedarf auch auf Jiddisch.
Route: Wohlersallee – Wohlerspark – Bus Linie 15 Sternbrücke bis Bundesstraße – Kielortallee – Rutschbahn- Grindelhof
Treffpunkt: Wohlersallee/Ecke Max-Brauer-Allee
Dauer: 1,5 bis 2 Stunden
Tickets:
- 5,- € – regulär
- 2,50 € – Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Hamburg (mit Nachweis)

